trans*
Langundo
17:47
… wenn man es bei dem neuen Job nach drei Wochen immer noch schafft, Kolleginnen von der Toilette zu verjagen… (ehrlich. Die hat mich entsetzt angeschaut und ist wortlos geflüchtet)…
… und der Bankfritze am gleichen Tag die mühsam gerollten Münzen nicht einfach nur wechselt, sondern darauf beharrt, das Geld auf das Konto der Inhaberin einzuzahlen.
Manchmal wundere ich mich schon, warum das ausgerechnet dann am “besten” funktioniert, wenn man es eigentlich so gar nicht darauf anlegt
2 Responses »
Langundos Zimmer
ignoranz, intoleranz, respektlosigkeit, transfeindlichkeit Langundo
18:03
Ich hab ja schon viel erlebt, aber da fehlen selbst mir die Worte.
Feminine Lesbians
Genauer hier (Diktatur der Maskulinität?) und hier (Ja, wir sind gegen Trans).
8 Responses »
Langundos Zimmer
ämter, ärger, trans*, transgender, VÄ, verwirrung Langundo
13:59
Ich sitze seit Stunden herum und warte darauf, daß ich endlich dran bin. Die erste Flut an Menschen ist schon abgefertigt und nach einer kleinen Flaute strömen wieder mehr dazu.
Breitbeinig, mit den Ellenbogen auf den Knien aufgestützt, starre ich auf den Fußboden und überlege, was ich in der Zeit alles hätte machen können. Das Lesen habe ich aufgrund von mangelnder Konzentrationsfähigkeit aufgegeben.
“Frau XY, bitte.”
Die Vertrautheit meines Namens dringt durch den Nebel meiner Langeweile und ich erhebe mich.
“Oh, habe ich da falsch in den Computer geschaut?”
Ich ignoriere die Frage, die mein zuständiger Sachbearbeiter in den Raum voller Menschen wirft und gehe zu ihm hinüber. Was hätte ich auch antworten sollen?
“Jetzt bin ich verwirrt,” sagt er.
“Nicht nur Sie,” antworte ich und überlasse ihm die Interpretation meiner Aussage.
Um seine Verwirrung zu entwirren stürzt der gute Mann erst einmal an seinen Rechner und schaut rein.
“Nein, da steht Frau XY.”
“Sie können mich auch gerne mit “Herr” ansprechen, das paßt auch ganz gut.” Das hatte bei (s)einer Kollegin vor einem knappen Jahr auch ganz funktioniert, nachdem ich ihr zugesichert hatte, daß es völlig in Ordnung sei und es sich für mich auch stimmiger anfühlte.
Nicht so Mister Dienst-nach-Vorschrift. Wahrscheinlich bin ich bei meinem Glück mal wieder bei einem Neueinsteiger gelandet. Wäre ja nicht das erste Mal.
Mister Dienst-nach-Vorschrift ist auch nicht sehr erbaut darüber, wenn man aufgrund seiner Aussagen nochmals nachhakt, weil man andere Informationen hat (wohlgemerkt aus dem gleichen Haus). Oh, nein.
Merke: stelle nicht die allwissende Autorität eines Menschen in Frage, von dem du etwas willst, auch nicht durch freundliche, verwirrte oder verunsicherte Nachfragen.
Das Gespräch geht seinen Gang und wir landen irgendwann bei meinem erlernten Beruf, den er in der weiblichen Form wiederholt. Woraufhin ich ihn erneut in der männlichen Form ausspreche – ja, ich habe mal wieder nicht nachgedacht (und ja, er bekommt den Credit von meinem feministischen Anteil, aber nicht von mir als Transgender).
“Sie sind doch aber eine Frau.”
“Das ist das, was Sie denken. Ich fühle mich aber nicht so.” Daß er mich als Mann sah, bevor er genaueres wußte, hat er schon wieder völlig vergessen. Schließlich steht ja in seinem Rechner, daß ich eine Frau zu sein habe.
Genau das erklärt er mir auch und solange das so in seinem Computer steht…
Ich beiße die Zähne zusammen und lächle nett. Ich schaffe es sogar, später irgendwo noch einen kleinen Witz unterzubringen.
Ich habe den Rest des Tages damit verbracht, mir in allen Einzelheiten vorzustellen, wie es wäre, wenn ich innerhalb einer Woche die VÄ durchbekommen würde. Denn da habe ich den nächsten Termin bei ihm. Es wäre einfach zu schön, ihm mit seinem eigenen Argument zu kommen, wenn ich da vor ihm sitze (womöglich noch in engem T-Shirt) und es steht Fritz XY auf seinem Monitor.
Nicht, daß das alleine ein guter Grund für eine VÄ ist, oder es die Atmosphäre verbessern würde, aber nett war die Vorzustellung trotzdem.
6 Responses »
trans*
feier, gefühl, nippel, party Langundo
12:51
Im ersten Teil habe ich geschrieben:
Ich versuche an dieser Stelle auch nicht an Finger(-nägel) und/oder an Klammern und/oder an Wachs und/oder andere Köstlichkeiten zu denken – neihein!)
Jetzt stelle ich mir das gerade sehr genüßlich vor, mit allem drum und dran – die Siegesfeier sozusagen. Ich glaube, das ist eine gute Idee und tatsächlich ein Grund zu feiern *grins*
2 Responses »
Langundos Zimmer
brust-op, brustentfernung, butch, gefühl, gender, kampf, mastek, nippel, sexualität, testo, tg-butch, tm, transgender Langundo
11:33
Mir kam es ja im letzten halben Jahr so vor, als ob in mir ein Boxkampf stattfand.
In der einen Ecke war Gender (pro Mastek) und in der anderen stand Sexualität (pro Gefühl in den Nippeln).
Die ersten Runden war Gender klar im Vorteil und gewann einen Punkt nach dem anderen. Sexualität hatte allerdings mehr Ausdauer und verhielt sich zwar nur defensiv, aber es hat trotzdem dazu geführt, daß Gender sich jetzt erst einmal zurückzieht und Sexualität den Kampf für sich entschieden hat.
And the winner is…
Übersetzt heißt das nun, daß ich jetzt an diesem Punkt in meinem Leben keine Brustentfernung möchte, also auch keine Schritte in diese Richtung unternehmen werde. Das war keine aktive Entscheidung, eher so eine schleichende Erkenntnis. Nichts desto trotz geht es mir damit gut
Jetziger Stand in Sachen Trans* bei mir ist also:
Trans – ja*
Mastek – nein
Fürs Protokoll, auch wenn es bisher eh nicht zur Debatte stand:
Testo – nein
Hysto – nein
Aufbau – nein
Wie das alles in einem Jahr (oder zwei) aussieht, weiß ich natürlich auch nicht.
*) In meinem Fall bedeutet Trans = Transgender-Butch, auch wenn ich ggf. TM zu Erklärungszwecken nutzen werde, um mir lange Erklärungen von wegen “dazwischen” zu ersparen.
Für Leser*innen, die mit dem Begriff Butch nicht so vertraut sind: Butch heißt nicht immer (maskuline) Frau. Es gibt Butches, die sich als Frau definieren, es gibt aber auch welche, für die Butch ein eigenes (alternatives) Geschlecht ist.
2 Responses »
Passing
Donnerstag, Jun 19 2008
Langundos Zimmer
als mann gesehen werden, breite hüften, haarschnitt, körperformen, körpersprache, kleider, passing, passing kriterien, schmale schultern, stimme, testo, tm, transmann Langundo
13:32
Aufgrund einer Diskussion andernorts habe ich mir die Frage gestellt, warum ich eigentlich relativ easy als Mann gesehen werde. Gemessen an den Kriterien meiner Diskussionspartner dürfte ich nämlich eigentlich gar nicht passen:
Ich bin zu klein, meine Hüfte ist zu breit und meine Stimme ist zwar nicht wirklich hoch, aber auch nicht ausgesprochen tief. Meine Schultern wirken auch schmaler, als sie eigentlich sind, da ich keine aufrechte Haltung habe.
Es ist ein Schock, ich weiß (die gerne übersehene Realität von verschiedenen Körperformen auch bei Männern lasse ich hier einmal außen vor).
Warum also werde ich dennoch überwiegend in die Männerkiste gepackt? An meinen maskulinen Gesichtszügen allein kann es kaum liegen, zumindest nicht wenn man den Gedankengängen einiger TMs folgt.
Ich würde gerne einige Tips zum Thema »Passing« sammeln und daraus eine Liste anfertigen, die ich dann hier veröffentliche.
Als Stichpunkte werfe ich einmal Körpersprache, Kleider und Haarschnitt in die Diskussion und bitte um zahlreiche Mitwirkung der Leser*innen.
5 Responses »
Heckenreiters Zimmer
erwachsen werden, pubertät, rites of passage heckenreiter
22:26
ich habe mich neulich in reaktion auf eine diskussion anderswo, in der ftms, die testo nehmen, die effekte von testo (bartwuchs, stimmbruch, pubertäre gefühle) als markierung zum erwachsen-werden anzusehen schienen, gefragt, was für mich, der kein testo nimmt, erwachsen-werden ausmacht.
wie ein junge ausszusehen und gleichzeitig doch für einige lebensalter erfahrungen gemacht zu haben und dabei manchmal wegen “doppelleben” oder der multiperspektivität des erlebens manche mehrfach gleichzeitig oder überhaupt nicht, erzeugt für mich ein merkwürdiges spannungsfeld von jugendlichkeit und alter.
bin neugierig, wie andere hier das thema “alter”/”erwachsen-werden” sehen, und würde mich über kommentare freuen.
der heckenreiter
6 Responses »
Krise
Dienstag, Mai 27 2008
Wolfsbruders Zimmer
krise, wut wolfsbruder
19:59
WÜTEND
… auf deinen Körper, der nicht so funktioniert, wie du es verlangst
… auf dein Hirn, das dich in eine Achterbahn nach der anderen stürzt
… auf deinen Körper, der anders aussieht, als du dich selbst siehst
… auf deine Gedanken, die dich ständig wieder von Neuem an deine Pflichten erinnern, die du anderen gegenüber hast, zu haben glaubst
… auf dich selbst, weil du immer noch zögerst, endlich der zu sein, der du selbst sein willst
… auf deine Sprachlosigkeit, die dich immer mehr verzweifeln lässt
… auf dich, weil du weißt, was du ändern musst, es aber doch nicht machst
… weil du dich immer nur im Kreis drehst … immer weiter, immer weiter, immer weiter
Leave a Response »
Langundos Zimmer
abbinden, binder, brüste, brueste, brueste abbinden, schmerzen, tm, trans*, transmann Langundo
21:43
Auf der Suche nach Informationen zum Abbinden der Brüste bin ich über einen jungen TM (Transmann) gestolpert, der seinen Körper wirklich richtig abgrundtief hassen muß.
Ich habe schon oft mitbekommen, daß TMs ihre Brüste als Geschwülste, Geschwüre oder als Auswüchse bezeichnen. Auf jeden Fall nichts angenehmes (das ist allerdings wieder ein Thema für sich: Abwertung von Weiblichkeit).
Aber ich habe noch keinen erlebt, dem es egal war, daß seine Brüste blau(!) sind und der trotzdem den Binder auch in der Nacht getragen hat.
Da war ich ehrlich gesagt etwas fassungslos.
Das erste was ich mache, wenn ich nach Hause komme, ist der Griff zum BH – endlich wieder durchatmen. Ich ertrage es nicht, den Binder einen Abend lang zu tragen, weil es mich schmerzt und ich meinem Körper das nicht antun möchte. Da ist die Unbequemlichkeit, das Reiben unter den Armen und das Schwitzen echt Nebensache.
Da habe ich mich gefragt, wie abgeschottet der junge Mann von seinem Körper wohl sein muß, damit der das nicht spürt. Traurig, oder?
Leave a Response »
Langundos Zimmer
glück, maskulin, passing, stimme, testo, trans*, transgender, transmann Langundo
11:39
Mir fällt gerade (mal wieder) auf, daß ich von Mutter Natur »trans*technisch« auch reich beschenkt worden bin. Zum einen habe ich doch ziemlich maskuline Gesichtszüge, was mir das Passing in der Regel sehr einfach macht, wenn ich nicht gerade enge T-Shirts trage.
Die Ähnlichkeit zu meinem Bruder war echt schockierend, als ich einmal Koteletten und Kinnbärtchen trug – das mußten selbst meine Eltern einsehen.
Zum anderen bin ich mit meiner Stimme völlig zufrieden, auch wenn ich am Telefon überwiegend mit »Frau« angesprochen werde. Telefon ist für mich wohl so eine Ebene, auf der mir das recht egal ist, was die Leute so denken. Okay, es gäbe da natürlich die Geschichte von letzter Woche zu erzählen, als mich jemand frug, ob ich denn nun Männlein oder Weiblein sei. Da wußte ich allerdings auch schon, daß ich mit selbiger Person gemeinsam zu einem Seminar fahren würde.
Aber zurück zum Thema: Das oben genannte (Gesicht + Stimme) sind schon zwei Gründe, warum manch einer zu Testo greift, oder zumindest sehr ernsthaft darüber nachdenkt. Was bin ich froh und dankbar, nicht in deren Schuhen zu stecken!
(So völlig off-topic: stimmt »Schuhen« wirklich? Das klingt ja total daneben)
6 Responses »
Nächste Seite »