Wenn ich ein Transmann wäre, läge mein Weg relativ klar vor mir: Gang zum Gutachter, Vornamensänderung, Testosteron, Entfernung der Eierstöcke (und evtl. Gebärmutter), Entfernung der (oftmals verhaßten) Brüste, Personenstandsänderung und vielleicht ein Penoidaufbau.
Ich bin aber kein Transmann – jedenfalls nicht so, wie man es sich vielleicht so allgemein vorstellt – der sich komplett im falschen Körper fühlt. Ich kann sagen, daß ich mich nicht als Frau fühle. Ich kann aber genau so gut sagen, daß ich mich nicht als Mann empfinde. Oder daß ich mich wie ein Mann mit genetischem Defekt (fehlendem Schwanz, dafür vorhandenen Brüsten) fühle. Ich verspüre kein drängendes Bedürfnis danach, einen Schwanz zu haben. Ich spüre durchaus (bis zu einem gewissen Grad) so etwas wie ein Schwanzgefühl, und sollte mir das zuwenig sein, greife ich zu Harness und Dildo und et voila… Nicht echt? Echt genug für mich.
Okay, wir stellen fest, ich habe keinen Penis-Neid.
Thema Hormone ist für mich gerade gar kein Thema. Ich zupfe mir jede Woche diese paar biestigen Haare an meinem Kinn aus, ebenso die Augenbrauen, die über meiner Nasenwurzel zusammenwachsen möchten. Ich rasiere mir die Achseln, M*se und Beine – da werd ich den Teufel tun und für noch mehr Haare sorgen. Die Vorstellung, auf meiner Brust (oder gar auf dem Rücken) die Haare sprießen zu sehen, sorgt bei mir nicht gerade für Begeisterung (sorry hier an die Brusthaarliebhaber*innen, aber das konnte ich schon zu meinen Heterozeiten vor 15 Jahren nicht ab. Für alle, die Haare mögen: Go for it! Unbedingt! Ich streite mit niemanden über deren Präferenz, es ist nur nicht die meine).
An meiner Contra-Alt-Stimme möchte ich gerade auch nichts ändern, habe ich doch vor drei Tagen erst ein tolles Kompliment zu meinem Gesang bekommen.
Wenn ich unbedingt mehr Muskeln haben wollen würde, könnte ich Gewichte stemmen oder bei mehr 12stündigen Umzügen helfen (Himmel, habe ich einen Muskelkater!). Auch dazu brauche ich also kein Testo.
Auch wenn mich zuweilen Krämpfe plagen, wenn ich meine Mens habe und auch wenn ich mir und vor allem meinem Umfeld oftmals wünsche, daß ich (und die anderen) nicht tagelang unter PMS (Prämenstruelles Syndrom, oder die Tage vor den Tagen) leide, so nehme ich das nicht als Anlaß, mir die Eierstöcke und/oder die Gebärmutter entfernen zu lassen.
So weit, so gut. Wir haben jetzt also die Punkte soweit abgehakt, mit denen ich keine Probleme habe und die ich auch nicht ändern wollen würde.
Ach so, eine Sache noch an dieser Stelle: Ich habe absolut kein Bedürfnis danach, meine Butch-M*se funktionsunfähig zu machen. Das wäre ja noch schöner. Nix da! Und wer jetzt denkt, daß ich mit einer M*se, die ich nicht hasse und die ich auch weiterhin fleißig (be)nutzen (lassen) möchte (z.B. von Femme-Händen), wer also denkt, daß ich unter diesen Umständen ja nur eine Frau sein kann – sei’s drum. Diese Diskussionen trage ich an anderer Stelle aus.
Fortsetzung folgt.
