ich habe mich neulich in reaktion auf eine diskussion anderswo, in der ftms, die testo nehmen, die effekte von testo (bartwuchs, stimmbruch, pubertäre gefühle) als markierung zum erwachsen-werden anzusehen schienen, gefragt, was für mich, der kein testo nimmt, erwachsen-werden ausmacht.
wie ein junge ausszusehen und gleichzeitig doch für einige lebensalter erfahrungen gemacht zu haben und dabei manchmal wegen „doppelleben“ oder der multiperspektivität des erlebens manche mehrfach gleichzeitig oder überhaupt nicht, erzeugt für mich ein merkwürdiges spannungsfeld von jugendlichkeit und alter.
bin neugierig, wie andere hier das thema „alter“/“erwachsen-werden“ sehen, und würde mich über kommentare freuen.
der heckenreiter

4. Juni 2008 um 10:23 |
Hallo Heckenreiter
An Äußerlichkeiten wie Bartwuchs u.ä. habe ich das Erwachsenwerden /- sein eigentlich noch nie festgemacht. Für mich zählt da eher eine Art innere Reife, die auch bei Bio- Jungs ganz unabhängig von der Pubertät- bei einem früher, bei anderen mit 40 noch nicht- vorhanden ist.
Ob ich nun erwachsen bin, kann ich gar nicht so direkt beantworten. Mal fühle ich mich so, nur um im nächsten Augenblick wieder völlig erstaunt festzustellen, dass mir dazu doch noch einiges fehlt. Und wenn ich ehrlich bin: das gefällt mir sogar.
4. Juni 2008 um 19:29 |
Für mich ist es notwendig, trotz meines Alters die Möglichkeit zu haben, auch Kind/Jugendlicher sein zu können. Und was würde mir entgehen, wenn ich mir nicht erlauben würde, mich wie ein kleiner Junge über etwas zu freuen und sei es auch noch so etwas Kleines, wie ein großer Käfer, der schwerfällig über die Straße krabbelt.
Für mich ist es kein Widerspruch, erwachsen zu sein und trotzdem „kindliche“ Momente zu haben (und auch mal zu sagen, die Welt da draußen ist blöd, Erwachsene sind blöd).
@ Heckenreiter: was heißt es denn für Dich erwachsen zu sein?
4. Juni 2008 um 20:46 |
für mich macht sich erwachsen-werden auch eher an erfahrungen oder auseinandersetzung mit wiederkehrenden themen fest.
die übernahme von verantwortung in beruf, beziehungen oder community gehört für mich auch zum erwachsen-werden dazu. ich selbst fühle mich mal ziemlich jung, mal älter. das geht aber manchen bio-männern, die ich kenne, auch so.
nur verwirrt es die umwelt manchmal, wenn in dem teenager, den sie oft sieht, ein zumindest meistens recht erwachsener mensch steht.
gleichzeitig ertappe ich mich dabei, mich vor der auseinandersetzung mit einigen unangenehmen themen zu drücken und habe mich im verdacht, das „boy-sein“ als „billige“ entschuldigung dafür zu verwenden.
6. Juni 2008 um 12:04 |
Mal so unter uns: gibt es nicht immer Themen, die einem weniger liegen als andere und vor denen sich man sich dann drückt?
7. Juni 2008 um 18:31 |
das hast du sicher recht, aber ganz selten mal komme ich mir eben vor, wie ein junge, der plötzlich mit dem körper einer erwachsenen frau, um den man sich vielleicht kümmern sollte (thema: gesundheit, arztbesuche) , einem berg verantwortung (thema: zeitplanung) und zu viel taschengeld (thema: langfristige finanzplanung, versicherungen, rente…)aufgewacht ist.
insgesamt habe ich die dinge im griff, aber die blinden flecken bündeln sich an diesen stellen.
8. Juni 2008 um 14:10 |
Ich glaub, ich schick Dir mal n Butchtip per Mail – äh… Buchtip, ohne „t“ natürlich.