Es ist mal wieder Zeit für ein Trans*-Update bei mir. Denn noch im Juni letzten Jahres habe ich mich ja gegen VÄ und Mastek entschieden. Das hat sich jetzt geändert.
Jetziger Stand in Sachen Trans* bei mir ist:
VÄ – ja
Mastek – ja
Testo – nein
Hysto – nein
Aufbau – nein
Was sich nicht geändert hat, ist meine Selbstdefinition als TG-Butch, auch wenn ich TM zu Erklärungszwecken nutze, um unnötige Komplikationen zu vermeiden (auch ich muß es nicht immer komplizierter machen, als unbedingt notwendig).
Wie ist es dazu gekommen? Dazu zitiere ich einfach mal einen Auszug aus einer Mail an Freunde:
ich dachte, es ist an der Zeit, dass ich mal wieder ein Lebenszeichen von mir gebe, nachdem ich doch ganz schön lange in der Versenkung verschwunden bin und mich bei vielen Freunden und Bekannten selten oder gar nicht mehr gemeldet habe — Asche auf mein Haupt.
[ ... ]
Der Grund meines Abtauchens liegt zum größten Teil daran, dass ich mich ziemlich genau vor zwei Jahren schon einmal intensiv mit dem Gedanken der Vornamensänderung und der Brustentfernung beschäftigt habe. Nach längerem hin und her habe ich mich doch dagegen entschieden, weil ich dachte, es geht schon irgendwie.
Ich habe aber festgestellt, dass es doch nicht irgendwie geht und ich nicht den Rest meines Lebens in meinen eigenen vier Wänden verbringen kann und vor allem nicht will. Ganz so ein Eremit bin ich dann auch nicht. Es ist aber genau das, was ich nach meiner Entscheidung gemacht habe. Ich habe mich Zuhause verkrochen und bin nur noch unwillig aus dem Haus.
Der Aufenthalt bei meiner Familie [aufgrund eines Todesfalles] war quasi der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat, weil ich sehr deutlich bemerkte, wie schizophren ich mich fühle. Meine Verwandten sprachen von und mit jemandem, den ich nicht mit mir in Verbindung bringen konnte und zu dem (oder sollte ich sagen zu der) ich keinen Bezug herstellen konnte.
Lange Rede, kurzer Sinn: Ich bin seit dem 17.08.09 (was für ein schönes Datum!) mitten im Prozess der Vornamensänderung, was eigentlich nur heißt, dass ich den Antrag ans Gericht geschickte habe und warte (und warte und warte…), bis sich was tut.
Warten tu ich jetzt natürlich immer noch, denn so schnell geht das ja leider nicht. Dabei habe ich das Gefühl, dass ich mich endlich entschieden habe und das Ganze jetzt bitte ruckzuck über die Bühne zu gehen hat. Schön wär’s. Ich habe meinen Entschluss natürlich auch genau dann gefasst, als alle Gutachter im Urlaub waren…
Dafür habe ich alle Coming-Outs bereits hinter mich gebracht, aber das ist echt einen extra Beitrag wert, denn ich diese Woche auch noch schreiben werde
Wer meinen Beitrag »Gefühl – oder eine Homage an die Nippel« gelesen hat, wird wissen, dass mir die Entscheidung pro Mastek wirklich nicht leicht gefallen ist. Da ich meine Brüste aber 24 Stunden am Tag an 7 Tagen in der Woche mit mir herumtrage und sie deswegen immer präsent und immer im Blickfeld anderer (vor allem wohl in meinem Bewusstsein) sind…
Aus lauter Angst, dass ich doch noch mal schwach werde, möchte ich gerade auch gar nicht mehr an den Brüsten angefasst werden. Ich komme mir fast vor wie ein Alkoholiker, der dann doch wieder zur Flasche greift, auch wenn er weiß, dass es nicht gut für ihn ist. Blöd das… eigentlich könnte ich die Zeit ja auch einfach noch genießen… zumal ja nicht gesagt ist, dass nach der OP tatsächlich jedes Gefühl weg sein bzw. wegbleiben wird. Aber die Angst davor ist natürlich da und vermutlich nicht ganz unberechtigt.
Da meine Prioritäten diesbezüglich etwas andere sind, plane ich, mehrere Ärzte zu befragen, was sie mir da empfehlen können (mein Traum ist es z.B., ein enges T-Shirt tragen zu können und trotzdem zu passen, nicht oben ohne in der Gegend rumzulaufen/liegen).
Mal sehen, ich halte euch dann auf dem Laufenden.