Gender versus Sexualität – ein Update Montag, Jun 30 2008 

Mir kam es ja im letzten halben Jahr so vor, als ob in mir ein Boxkampf stattfand.
In der einen Ecke war Gender (pro Mastek) und in der anderen stand Sexualität (pro Gefühl in den Nippeln).
Die ersten Runden war Gender klar im Vorteil und gewann einen Punkt nach dem anderen. Sexualität hatte allerdings mehr Ausdauer und verhielt sich zwar nur defensiv, aber es hat trotzdem dazu geführt, daß Gender sich jetzt erst einmal zurückzieht und Sexualität den Kampf für sich entschieden hat.

And the winner is…

Übersetzt heißt das nun, daß ich jetzt an diesem Punkt in meinem Leben keine Brustentfernung möchte, also auch keine Schritte in diese Richtung unternehmen werde. Das war keine aktive Entscheidung, eher so eine schleichende Erkenntnis. Nichts desto trotz geht es mir damit gut ;)

Jetziger Stand in Sachen Trans* bei mir ist also:

Trans – ja*
Mastek – nein

Fürs Protokoll, auch wenn es bisher eh nicht zur Debatte stand:

Testo – nein
Hysto – nein
Aufbau – nein

Wie das alles in einem Jahr (oder zwei) aussieht, weiß ich natürlich auch nicht.

*) In meinem Fall bedeutet Trans = Transgender-Butch, auch wenn ich ggf. TM zu Erklärungszwecken nutzen werde, um mir lange Erklärungen von wegen „dazwischen“ zu ersparen.
Für Leser*innen, die mit dem Begriff Butch nicht so vertraut sind: Butch heißt nicht immer (maskuline) Frau. Es gibt Butches, die sich als Frau definieren, es gibt aber auch welche, für die Butch ein eigenes (alternatives) Geschlecht ist.

Passing Donnerstag, Jun 19 2008 

Aufgrund einer Diskussion andernorts habe ich mir die Frage gestellt, warum ich eigentlich relativ easy als Mann gesehen werde. Gemessen an den Kriterien meiner Diskussionspartner dürfte ich nämlich eigentlich gar nicht passen:
Ich bin zu klein, meine Hüfte ist zu breit und meine Stimme ist zwar nicht wirklich hoch, aber auch nicht ausgesprochen tief. Meine Schultern wirken auch schmaler, als sie eigentlich sind, da ich keine aufrechte Haltung habe.

Es ist ein Schock, ich weiß (die gerne übersehene Realität von verschiedenen Körperformen auch bei Männern lasse ich hier einmal außen vor).
Warum also werde ich dennoch überwiegend in die Männerkiste gepackt? An meinen maskulinen Gesichtszügen allein kann es kaum liegen, zumindest nicht wenn man den Gedankengängen einiger TMs folgt.

Ich würde gerne einige Tips zum Thema »Passing« sammeln und daraus eine Liste anfertigen, die ich dann hier veröffentliche.
Als Stichpunkte werfe ich einmal Körpersprache, Kleider und Haarschnitt in die Diskussion und bitte um zahlreiche Mitwirkung der Leser*innen.

Positive Gedanken Montag, Mai 26 2008 

Mir fällt gerade (mal wieder) auf, daß ich von Mutter Natur »trans*technisch« auch reich beschenkt worden bin. Zum einen habe ich doch ziemlich maskuline Gesichtszüge, was mir das Passing in der Regel sehr einfach macht, wenn ich nicht gerade enge T-Shirts trage.
Die Ähnlichkeit zu meinem Bruder war echt schockierend, als ich einmal Koteletten und Kinnbärtchen trug – das mußten selbst meine Eltern einsehen.
Zum anderen bin ich mit meiner Stimme völlig zufrieden, auch wenn ich am Telefon überwiegend mit »Frau« angesprochen werde. Telefon ist für mich wohl so eine Ebene, auf der mir das recht egal ist, was die Leute so denken. Okay, es gäbe da natürlich die Geschichte von letzter Woche zu erzählen, als mich jemand frug, ob ich denn nun Männlein oder Weiblein sei. Da wußte ich allerdings auch schon, daß ich mit selbiger Person gemeinsam zu einem Seminar fahren würde.

Aber zurück zum Thema: Das oben genannte (Gesicht + Stimme) sind schon zwei Gründe, warum manch einer zu Testo greift, oder zumindest sehr ernsthaft darüber nachdenkt. Was bin ich froh und dankbar, nicht in deren Schuhen zu stecken!

(So völlig off-topic: stimmt »Schuhen« wirklich? Das klingt ja total daneben)